
Immer mehr Studien belegen eine signifikant höhere Asthmaprävalenz bei Adipositas. In einer 2007 veröffentlichten Meta-Studie fasste der amerikanische Wissenschaftler Dr. Rand Sutherland die bislang in den USA vorhandenen Ergebnisse zusammen. Danach zeigte sich, dass das Risiko, bei Übergewicht an Asthma bronchiale zu erkranken, mit steigendem BMI bei Männern und Frauen einherging. Die Inzidenz von Asthma war bei einem hohen BMI um bis zu 50 Prozent höher.
Allerdings schränkten Dr. Sutherland und seine Mitarbeiter ihre Ergebnisse ein. Nach ihrer Ansicht gibt es einen gewissen Prozentsatz, bei dem eine falsche Diagnose gestellt wurde. Mit viel Speck auf den Rippen ließe es sich nicht gut atmen, da das Lungenvolumen reduziert sei. Der Sauerstoffverbrauch steige mit den Kilos, und Reflux sowie Schlafapnoe hätten Einfluss auf die Atmung. All diese Faktoren könnten letztlich zu asthmaähnlichen Symptomen führen, die leicht missinterpretiert würden. Dennoch folgert das Autorenteam, dass Übergewicht nicht nur ein Risikofaktor für Diabetes, Schlafapnoe, kardiovaskuläre Krankheiten und Arthrose ist sondern auch für Asthma bronchiale.
Eine richtige Diagnose und damit die richtige Behandlung von Asthma oder asthmaähnlichen Problemen gehört im Fachklinikum Borkum zum Therapiekonzept bei der Adipositas-Behandlung. Durch die Kooperation von Allergologen und Pneumologen auf der einen Seite und Pädiatern und Adipositastrainern auf der anderen Seite lassen sich vor allem Fehler bei der Behandlung vermeiden. So findet häufig bei übergewichtigen Kindern mit Asthma eine medikamentöse Übertherapie statt. Doch ein Teil des Asthmas kann durch das Übergewicht und die damit einhergehende Raumenge verursacht werden und spricht daher nicht auf eine antientzündliche Therapie an. Eine individuelle und zielgerichtete Behandlung ist hier besonders wichtig.
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