„Finger weg von Diäten!“ könnte das Motto der Ernährungstherapie im Fachklinikum Borkum lauten. Diäten sind in vielerlei Hinsicht bedenklich. Kinder haben einen hohen Nährstoffbedarf. Bei einseitigen Diäten besteht die Gefahr von Mangelerscheinungen. Zudem belastet eine schnelle Gewichtsabnahme den Organismus zu stark. Die mit einer Diät erzielte Gewichtsabnahme ist selten dauerhaft. Der Jo-Jo-Effekt sorgt dafür, dass man nach einer Diät besonders schnell wieder zunimmt. Darüber hinaus fördern Diäten Essstörungen, weil Kinder auf diese Weise nicht lernen, ein natürliches Hunger- und Sättigungsgefühl zu entwickeln. Auch sollte man übergewichtigen Kindern das Naschen nicht völlig verbieten. Dies würde nur das Verlangen nach Süßem verstärken.
Dabei sind Sie als Begleitperson besonders gefragt. Denn die Ernährungsumstellung betrifft nicht nur Ihr Kind sondern die ganze Familie. Aus psychologischen Gründen sollte es vermieden werden, einem Kind andere Mahlzeiten zuzubereiten als dem Rest der Familie, um es nicht in eine Außenseiterrolle zu drängen. In verschiedenen praktischen und theoretischen Schulungen lernen Sie, welche Lebensmittel bevorzugt verwendet werden sollte, wo versteckte Nahrungsfette lauern oder wie Sie die Portionsgrößen richtig bemessen.
Auch Kinder nehmen an altersgerechten Schulungen teil. In Zusammenarbeit mit Psychologen lernen sie die Grundlagen eines gesunden Essverhaltens, wie zum Beispiel langsames und bewusstes Essen.
Die Bezeichnung Rapunzel wird auch für Feldsalat gebraucht. Im Märchen der Gebrüder Grimm hatte die Mutter von Rapunzel während ihrer Schwangerschaft einen solchen Appetit auf den Salat, dass sie nicht nur ihr Kind danach benannte sondern es gegen die grünen Blätter eintauschte. Feldsalat ist aber nicht nur besonders lecker sondern auch sehr gesund. Er enthält viel Eisen, Kalium, Calcium und Phosphor sowie die Vitamine C und A. Vielleicht hatte Rapunzel deswegen so dicke lange und kräftige Haare.